Nachtkerzenöl

Nachtkerzenöl kann für Menschen mit Neurodermitis (atopisches Ekzem) unter bestimmten Umständen Linderung verschaffen. In diesem Artikel erkläre ich dir, welche Erfahrungen ich selbst mit Nachtkerzenöl zur Behandlung meiner Neurodermitis gemacht habe und wie du diese ggf. für dich nutzen kannst.

Nachtkerzenöl

Nachtkerzenöl ist ein Öl, das aus dem Samen der Pflanze Nachtkerze (Oenothera) gewonnen wird. Die Nachtkerze ist eine Pflanze, die ursprünglich aus den gemäßigten Zonen Amerikas stammt, mittlerweile aber in vielen anderen Gebieten ebenfalls kultiviert wurde.

Omega-6-Fettsäuren

Das reizvolle am Nachtkerzenöl für viele Neurodermitiker ist, dass es einen hohen Anteil an Gamma-Linolensäure enthält – einer Omega-6-Fettsäure. Omega-6-Fettsäuren können nicht vom Körper selbst gebildet werden, sondern müssen dem Organismus über Nahrung zugeführt werden.

Omega-6-Fettsäuren gehören zu den essentiellen Fettsäuren, die für den Menschen lebenswichtig sind, da sie vom menschlichen Körper für den Aufbau der Zellmembranen und zur Steuerung lebenswichtiger Prozesse des Organismus benötigt werden.

Gamma-Linolensäure

Gamma-Linolensäure wird wie andere Omega-6-Fettsäuren vom Körper über die Nahrung aufgenommen und und unter Anderem in die Haut eingebaut. Dort, so wird angenommen, stärkt sie unter anderem die Barrierefunktion der Haut. Weiterhin wird der Gamma-Linolensäure eine positive Wirkung auf entzündliche Vorgänge im Organismus zugeschrieben.

Bei Menschen, die unter Neurodermitis leider, wird angenommen, dass aufgrund eines Enzymmangels eine Umwandlung der Gamma-Linolensäure nicht stattfinden kann.

Eine mögliche Folge davon könnte sein, dass die Haut rissig, spröde und entzündlich wird.

Wirkungsweise bei Neurodermitis (meine Meinung)

Nachdem ich seit bald 36 Jahren mit meiner Neurodermitis lebe und meine eigenen Erfahrungen gemacht habe, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass der Ursprung der Neurodermitis im inneren des Körpers liegt. Nicht unbedingt nur der Darm, wie von einigen mittlerweile behauptet wird. Wohl aber im Körper insgesamt. Der Darm spielt hierbei auf jeden Fall eine tragende Rolle; zumal er für das Immunsystem eine Basis ist. Ich bin mittlerweile sogar der festen Überzeugung, dass alle Autoimmunerkrankungen auf das gleiche Grundproblem zurückgeführt werden können. Nicht umsonst lautet die Karriere vieler Neurodermitiker: Erst Heuschnupfen, dann Neurodermitis und irgendwann dann noch allergisches Asthma.

Eine Zuführung von Gamma-Linolensäure setzt dementsprechend auch noch nicht an der Ursache des Problems an. Dennoch kann sie die Folgen nach meiner Erfahrung bei einem Teil der Betroffenen lindern. Ich nehme also an, dass auch das Nachtkerzenöl bestimmte entzündliche Vorgänge im Körper im besten Fall beruhigt oder sogar nur kaschiert.

Meiner Meinung erklärt sich das wie folgt: Der beschädigte Darm ist nicht dazu in der Lage, die Gamma-Linolensäure so effizient umzuwandeln, wie ein gesunder Organismus. Dadurch fehlt es an Gamma-Linolensäure in der Haut. Durch die Zuführung von Nachtkerzenöl in großen Mengen kommt deutlich mehr Gamma-Linolensäure in der Haut an und das Hautbild verbessert sich.

Im Prinzip wird dem Körper eine Überdosis der Gamma-Linolensäure gegeben, sodass im Ergebnis dann doch die für eine gesunde Funktion der Haut erforderliche Menge in der Haut ankommt.

Zusätzlich wirken die antientzündlichen Eigenschaften des Nachtkerzenöls aufgrund der oralen Aufnahme im Darm positiv auf die entzündlichen Vorgänge. Zusätzliche beruhigend Wirkungen dürften von der positiven Wirkung auf den Blutdruck herrühren.

Ähnliche Erfahrungen wie mit Nachtkerzenöl machen viele Betroffene auch mit Schwarzkümmelöl.

Schulmedizin

Die Schulmedizin erkennt die Bedeutung von Gamma-Linolensäure in der äußerlichen Anwendung an (vgl. nur die Linola-Produkte mit Linolsäure), verneint aber jegliche positive Wirkung der innerlichen Anwendung bei Neurodermitikern. Es gab wohl entsprechende Studien, die keinerlei Wirksamkeit im Vergleich zu einem Placebo hervorbrachten.

Meine Erfahrungen

Meine ersten Versuche mit Nachkerzenöl reichen bis in das Jahr 1999 zurück. Damals habe ich die Erfahrung gemacht, dass Nachtkerzenöl meine Haut geschmeidiger, stabiler und weniger spröde und rissig machte. Ebenso wurde der Juckreiz deutlich weniger und ich konnte besser durchschlafen.

Hierzu war es allerdings erforderlich, dass ich das Nachtkerzenöl über einen längeren Zeitraum in hohen Dosen nahm. Die Beruhigung der Haut setzte dann in der Regel frühestens nach einer Woche und spätestens nach ca. 10 Tagen ein.

Das erforderte Durchhaltevermögen und Konsequenz – aber es lohnte sich.

Ich greife bereits seit mehr als 10 Jahren auf diese Kapseln zurück:

Neurodermitis und Nachtkerzenöl
Neurodermitis und Nachtkerzenöl


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Durch die Darreichungsform Kapseln ist dieses Nachtkerzenöl deutlich einfacher zu verwenden als in Tropfenform.

Ich nehme von diesen Kapseln ungefähr 10 Stück pro Tag (wie gesagt: wir überdosieren bewusst) und nach circa einer Woche geht es meiner Haut besser, wenn ich ansonsten auf eine gute Ernährung und ausreichenden Schlaf achte.

Leider blieb die innerliche Wirkung des Nachtkerzenöls nach etwas mehr als 15 Jahren leider aus und ich musste mir etwas Neues suchen. Aber für viele leicht bis mittelschwer Betroffene ist Nachtkerzenöl eine lebenslange Lösung. Und zumindest 15 Jahre hat es mir in meinem Fall Frieden geschenkt. Dafür bin ich sehr dankbar.

Die äußerliche Anwendung von Nachtkerzenöl eignet sich besonders für eine kortisonfreie alternative Behandlung von Wunden und rissigen Stellen. Mir hat Nachtkerzenöl in der äußerlichen Anwendung besonder bei meinem ersten Kortisonentzug 2007 sehr geholfen.

Nachtkerzenöl kann insofern durchaus als alternatives Hausmittel bei Neurodermitis innerlich und äußerlich angewendet werden, um kortisonfrei den Juckreiz zu lindern, entzündliche Prozesse zu stoppen oder wenigstens zu mildern und das gesamte Hautbild verbessern.

 

Nachtkerzenöl ist nach meiner Erfahrung zur Anwendung bei Säuglingen, Kleinkindern, Kindern und Erwachsenen geeignet.

Fazit

Von der Schuldmedizin wird eine Wirkung des Nachtkerzenöls bei innerlicher Anwendung nach wie vor abgelehnt. Dennoch besteht zumindest ein Zusammenhang zwischen der enthaltenen Gamma-Linolensäure und dem allgemeinen Zustand der Haut.

Die innerliche Anwendung von Nachtkerzenöl setzt meiner Meinung nach nicht bei der Ursache der Neurodermitis an, kann aber die Syptome lindern und somit zu einer Verbesserung des Hautzustandes von betroffenen Patienten mit Neurodermitis führen. Die äußerliche Anwendung eigent sich besonders, um kortisonfrei Wunden zu versorgen und entzündliche Vorgänge auf der Haut zu lindern.

Die Anwendung erfordert Ausdauer und Konsequenz, erste Wirkungen sind frühestens nach einer Woche zu erwarten.

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